KONZERT
ALTE KIRCHE GÖTZIS

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Fr. 8. Dez. 2018, 17.00 Uhr
Mariä Empfängnis

 

 

 

Simone Melanie Bösch - Flöte

 

Leitung:
Markus Ellensohn
 
 

 

Freiwillige Spenden

 

 

 

 

“CONCERTO ITALIANO”

 

Programm:
 
ANTONIO SALIERI (1750-1825)
Symphonie Nr.19 D-Dur “La Veneziana”
 
Allegro assai
Andante grazioso
Presto
 
SAVERIO MERCADANTE (1795-1870)
Flötenkonzert Nr.2 e-Moll op.57
 
Allegro maestoso
Adagio
Rondo russo: Allegro giusto
 
GAETANO DONIZETTI (1797-1848)
Sinfonia Nr.17 D-Dur (arrangiert nach dem Streichquartett Nr.17 von Paul Angerer)
 
Allegro
Larghetto
Presto
Allegro

 

CONCERTO ITALIANO

Drei gestandene Opernkomponisten, die es zusammen auf sage und schreibe über 180 Opern bringen, liefern die Musik zu diesem Konzert. Diese Komponisten bedienten sich natürlich auch in der Instrumentalmusik der Emotionalität und Lyrik des italienischen Belcanto, wodurch wunderbar gesangliche, ergreifende und mitreißende Musik entstand.

Antonio Salieri (1750-1825), Sohn eines wohlhabenden Kaufmannes aus Legnago/Venetien, war Hofkomponist und Hofkapellmeister in Wien, später Leiter des Konservatoriums und vor allem Konkurrent gegenüber Mozart. Seinen intriganten Machenschaften gegen Mozart hat er es zu verdanken, dass man ihm gar die Vergiftung Mozart´s unterstellte.

Er komponierte höchst erfolgreich 40 Opern und prägte damit ganze 30 Jahre lang das Operngeschehen von Wien. Zudem war er ein gefragter Lehrer, der Beethoven, Schubert und Liszt zu seinen Schülern zählen durfte. Seine Sinfonie Nr. 19 mit dem Beinamen „La Venezia“ entstand 1779 und repräsentiert einen abwechslungsreichen, gesanglichen und temperamentvollen italienischen Stil.

Saverio Mercadante (1795-1870) war einer der bedeutendsten italienischen Opernkomponisten, der zu Lebzeiten von Bellini, Verdi, Donizetti, etwa 70 Opern komponierte. Er war Direktor und Leiter einer Kompositionsklasse am Konservatorium in Neapel und liebte große, fanfarenartige, man könnte fast sagen „pompöse“ Eröffnungen, wie man sie auch von Mozart oder Rossini kennt.

Als 20-jähriger hat er schon über 150 Kammermusik- und Orchesterwerke geschrieben, darunter sein bis heute bekanntestes Werk, das 1813 entstandene 2. Flötenkonzert in e- Moll, welches ihn sozusagen vor der Vergessenheit bewahrte. Mercadante schuf eine virtuose Erweiterung des damaligen Flötenrepertoires und steigerte die technischen Anforderungen enorm. Sein Flötenkonzert besticht mit melodischem, musikantischem und liedhaftem Charme.

Gaetano Donizetti (1797-1848) schuf satte 611 Werke, darunter 71 Opern, von denen einige bis heute weltweit zum Standardrepertoire gehören. Ab 1834 war er, wie Mercadante, Kapellmeister und Lehrer für Komposition am Konservatorium in Neapel. Wegen Intrigen kündigte er aber diese Anstellung nach nur 6 Jahren und ging nach Paris und später nach Wien wo er von Kaiser Ferdinand I. 1842 zum „Kammerkapellmeister und Hofkomponisten“ ernannt wurde. Bald hatte er aber mit massiven gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und starb mit 51Jahren in einer Nervenheilanstalt für Geisteskranke in Paris. Am Trauerzug durch Paris sollen sich mehrere Blaskapellen, 400 Fackelträger, insgesamt über 4000 Personen beteiligt haben.

Donizetti verwendete seine Streichquartette selbst oft als „Sinfonia“ für seine Opern, wodurch die Bearbeitung seines 17. Streichquartettes durch Paul Angerer aus dem Jahre 2006 wohl legitimiert ist. Dabei klingt sein „Streichquartett“ phasenweise wirklich wie eine Oper (oder eine Symphonie?) für Streichorchester mit theatralischem, ausdrucksvoll erzählendem Charakter. Die Schwüle eines italienischen Nachmittags, Gewitter, Arie eines Liebhabers, Chorszenen, Tanz des Landvolkes, eine turbulente Handlung, Auflösung der Verwicklungen… all das kann man in dieser Musik erkennen und erleben.

Der Orchesterverein Götzis wünscht Ihnen ein anregendes Eintauchen in diese musikalische Welt.

Markus Ellensohn